Gegen das Kapital aber Nike und Adidas tragen? – Zur Kritik der Konsumkritik

Die Personen auf dem Plakat der aktuellen Kampagne, tragen Klamotten von Nike und Adidas. Darüber wird sich im Internet und in linken Freiräumen mokiert. Das war tatsächlich Zufall, wir wollten damit kein Zeichen setzen. Nun sind wir aber sehr froh darüber, dass es sich so ergeben hat.

Denn so haben wir die Gelegenheit nochmal zwei Sachen klarzustellen.

Erstens ist Konsumkritik ein politischer Fehler. Die Konsumenten sind nicht die Subjekte der Produktion. Das Kapital ist im Kapitalismus das Subjekt der Produktion und richtet den Produktionsprozess gemäß seinem Interesse am Profit ein. Die Produktionsmittel sind in der Hand der Bonzen und die Arbeiter sind gezwungen, sich ihnen unterzuordnen, um an den Lohn zu kommen ohne den sie nicht leben können. Mit dem Lohn müssen sie dann irgendwie ihre Bedürfnisbefrieidigung hinkriegen, weil die Bonzen ihnen die Waren nur zur Verfügung stellen, wenn sie zahlungsfähig sind, und für das Profitinteresse der Bonzen taugen. Konsumkritiker sind größenwahnsinnige Kleinbürger, die glauben mit ihrer Kaufentscheidung zu bestimmen wie die Produktion läuft. In der Realität setzen sie damit bestenfalls Bedingungen auf die sich das Kapital als Subjekt der Produktion bezieht. Was dabei herauskommt, ist völlig unklar. So kann sich das Kapital auf eine Boykottkampagne zum Beispiel mit verschärfter Ausbeutung beziehen, um bei einbrechendem Umsatz die Profitrate aufrecht zu erhalten.
Wenn man sich an den Schäden, die durch die Subsumtion der Arbeit unter das Kapital zu Stande kommt, stört, dann muss man sich schon selbst zum Subjekt der Produktion machen, das Kapital abschaffen, und für den Kommunismus kämpfen.
Auch die Bauern, die unter dem Halbfeudalismus leiden, werden nicht durch die Kaufentscheidung von westlichen Kleinbürgern gerettet, sondern durch die Waffe in der Hand mit der sie sich das Land nehmen, ihrer Ausbeutung ein Ende setzen und sich so zum Subjekt der Produktion machen.

Zweitens ist es falsch sich kulturell von den Massen abzugrenzen. Diese ganzen Menschen, die sich in ihrem alternativen Gesschmacksurteil fürchterlich kritisch vorkommen, wirken auf normale Leute einfach nur schräg. Leute, die den alternativen Lifestyle fahren, erreichen nichts, außer dass sie sich selbst dafür auf die Schulter klopfen können ganz anders zu sein.

Womit wir zu einer korrekten Kritik an unserem Motiv kommen: In unserer Propagandaarbeit in den Arbeitervierteln mussten wir feststellen, dass der sportlich militante Look auf unseren Flyern auf Menschen über dreißig abschreckend wirkt. Wer Militanz nicht cool findet, oder noch nicht eingesehen hat, dass der militante Kampf um unsere Befreiung von Staat und Kapital richtig ist, hat nach dem Blick auf das Bild oft keinen Bock mehr sich mit uns auseinanderzusetzen. Bei der proletarischen Jugend hingegen, kommt das Motiv sehr gut an.