Die Türkei unterstützt Islamisten. Is nicht wahr

Eine Lehre über den Imperialismus und warum Antideutsche Idioten sind.
Die Türkei unterstützt Islamisten. Sagt die Bundesregierung. Sagen eigentlich seit Jahren alle möglichen Leute. Und es gibt auch keinen Grund daran zu zweifeln. Sadat, ein paramilitärisches Unternehmen in der Türkei, das von ehemaligen türkischen Offizieren aufgebaut wurde – Offiziere die aus der Armee geflogen sind, weil sie zu islamistisch waren – hat erklärter Maßen den Zweck Islamisten auszubilden. Aus linken kurdischen und türkischen Medien gab es immer wieder Berichte darüber, dass islamistische Kämpfer in türkischen Krankenhäusern versorgt wurden und die syrisch-türkische Grenze frei passieren konnten.

Die Türkei ist eine Regionalmacht. Sie hat ein gering ausgeprägtes nationales Kapital, aber weite Teile des Landes sind durch den Großgrundbesitz und halbfeudale Ausbeutung gekennzeichnet, und vor allem steht die türkische Wirtschaft in massiver Abhängigkeit zu Kapitalexporten aus den imperialistischen Weltmächten, insbesondere Deutschlands. Als Natomitglied steht das militärische Wirken der Türkei unter Führung der USA. Und natürlich gilt für die Türkei wie für jeden anderen Staat, was die USA im ersten Irakkrieg deutlich klargestellt haben: Niemand führt Krieg ohne Erlaubnis der USA. Selbstverständlich gibt es Widersprüche zwischen dem nationalen Interesse der Türkei und den imperialistischen Weltmächten. Sonst würde Erdogan nicht wieder mit Putin anbandeln und sonst würde die Bundesregierung nicht solche Berichte veröffentlichen. Aber zu glauben, dass die Türkei, die in Unterordnung unter westliche Interessen ihr Regionalmachtstreben verfolgt, dies gegen die USA tut, ist verrückt. Dass zum Beispiel Deutschland sich nicht allzu sehr dran stört, kann man daran sehen, dass sie einen Tag nach dem ans Bein kacken schon wieder zurückrudern.

Dass westliche Interesse in Syrien besteht primär darin, Assad als Verbündeten Russlands auszuschalten und damit einen weiteren Erfolg bei dem Versuch zu schaffen Russland zur Regionalmacht zu degradieren. Für diesen Zweck taugen auch Islamisten. Diese werden wegen ihres mangelnden Respekt für die Souveränität westlicher Staaten selbst zum Störfall der westlichen Weltordnung, was ihren anti-Assad Nutzen aber gar nicht wegmacht.

Und jetzt stellen sich Linke hin und schreien lauter fromme Wünsche zum Himmel, wie der Imperialismus denn irgendwie ein Beitrag zu ihrem Ideal der Welt sein könnte. Die Imperialisten könnten die PKK unterstützen. Die Imperialisten könnten gegen den IS kooperieren. Die Imperialisten könnte aufhören IS-Öl zu kaufen. Die Imperialisten könnten dies und jenes und alles mögliche. Und was die Imperialisten tun, ist die Orchestrierung eines seit nun mehr 5 Jahren andauernden Massakers, die einen um ihren letzten Militärstützpunkt am Mittelmeer zu halten, die anderen, um ihnen den wegzunehmen, und Saudi-Arabien, die Türkei und der Iran mittendrin, um sich als Regionalmacht aufzustellen. Was lernen wir daraus? Fromme Wünsche vom Feldherrenhügel aus sind nichts Wert! Das einzige, was gegen die vom Imperialismus orchestrierten Gemetzel zwischen islamistischen und nationalistischen Banden hilft, ist die Mobilisierung der Arbeiter und Bauern gegen diese Banden und ihre imperialistischen Herren.

https://www.jungewelt.de/2016/08-17/002.php