Bernie Sanders: Ein Freund der Arbeiterklasse

Bernie Sanders. Amerikas sozialistische Hoffnung. Ein sympathischer alter Kauz, der sich selbst Sozialist nennt. Ein Mann, der sich in irgendwelchen Armenvierteln in Friseursalons mit Schwarzen zum Diskutieren trifft. Einer von uns.

Oder auch nicht.

Bernie Sanders will der Präsidentschaftskanidat der Demokraten werden. Er strebt ein Amt an, das ihn zur Führung des Staats berechtigt. Er will die Macht, dem amerikanischen Volk, und insbesondere seinem Sorgeobjekt der amerikanischen Arbeiterklasse, seine Lebensbedingungen zu diktieren. Das ist schon mal ein Grund skeptisch zu werden. Werden das so viel bessere Lebensbedingungen als die aktuellen sein, wenn man sie mit der Staatsgewalt gegen die Leute durchsetzen muss?

„Millions of Americans are working for totally inadequate wages. We must ensure that no full-time worker lives in poverty.“

Bernie Sanders stört sich nicht daran, dass die Arbeiterklasse durch das Eigentum, sowohl von den Produktionsmitteln als auch von den Produkten der Arbeit getrennt, und um an die Produkte heranzukommen, auf die Lohnzahlung durch das Kapital angewiesen ist. Bernie Sanders stört sich nicht daran, dass das Kapital die Arbeiterklasse ausbeutet, sie in Armut hält.
Er stört sich daran, dass diejenigen, die brav ihren Dienst an der Macht von Staat und Kapital leisten, nicht „angemessen“ bezahlt werden. Solche falschen Freunde der Arbeiterklasse stören sich an niedrigen Löhnen, wenn die Arbeiter trotz Lohn verwahrlosen und ihr Dasein als Arbeitskraft und Staatsbürger gefährdet wird.
Bernie Sanders sieht das Haltbarkeitsdatum der amerikanischen Arbeiterklasse bedroht, und will ihr helfen fortzubestehen. Gut für die Arbeiterklasse wäre es, würde sie sich selbst aufheben. Insofern ist Bernie Sanders kein Hoffnungsträger für Linke, sondern der Feind.

https://berniesanders.com/issues/a-living-wage/